Dach umdecken oder neu eindecken – und was darunter liegt.
Nicht jedes Dach braucht neue Ziegel. Oft reicht es, die vorhandenen abzunehmen, darunter Unterdeckbahn und Lattung zu erneuern und dieselben Ziegel wieder zu verlegen – das ist eine Umdeckung. Ob das bei Ihnen hinkommt, weiß man erst, wenn einer oben war und gesehen hat, was unter der Deckung liegt.
Was Sie konkret davon haben.
- Umdeckung mit den vorhandenen Ziegeln, wo der Bestand das hergibt
- Unterdeckbahn als zweite wasserführende Ebene, Konter- und Traglattung neu darüber
- Verklammerung nach Windzone, Gebäudehöhe und Dachneigung berechnet
- First, Grat, Kehle, Kamin und Ortgang machen wir selbst, ohne Subunternehmer
- Beratung ohne Herstellerbindung, Musterziegel am eigenen Haus angelegt
Typische Dauer
3–10 Werktage
Garantie
5 J. Arbeit · bis 30 J. Material
Eingetragen
HwK Region Stuttgart
Verwendete Materialien
- Tonziegel, naturrot oder engobiert
- Tonziegel, glasiert
- Betondachsteine
- Schiefer
- Stehfalz aus Metall
- Unterdeckbahn, Konter- und Traglattung
Vier Schritte zum fertigen Projekt.
- 01
Aufnahme am Dach
Wir steigen aufs Dach, öffnen die Deckung an ein paar Stellen und schauen auf Lattung, Bahn und Anschlüsse.
- 02
Gerüst und Abdecken
Die Deckung kommt lagenweise herunter. Brauchbare Ziegel werden sortiert und gestapelt, der Rest geht in den Container.
- 03
Unterkonstruktion
Neue Unterdeckbahn, Konter- und Traglattung, Lattweite auf Format und Neigung eingeteilt, schadhafte Hölzer ausgebessert.
- 04
Eindecken und Anschlüsse
Ziegel verlegen und klammern, First und Grat trocken aufbauen, Kehle, Kamin und Ortgang einbinden, Schneefang setzen, Abnahme mit Fotos.
Umdeckung oder Neueindeckung – wo der Unterschied liegt
Umdecken heißt, dass die vorhandenen Ziegel herunterkommen, gesichtet und gereinigt werden, dass darunter die Unterkonstruktion erneuert wird und dieselben Ziegel wieder hinaufgehen. Neu eingedeckt wird, wenn frisches Material auf das Dach kommt. Was möglich ist, hängt am Zustand der Ziegel. Das Alter sagt darüber weniger aus, als die meisten annehmen: Ein Ziegel aus den Siebzigern kann tadellos sein, während eine viel jüngere Deckung schon Frostabplatzungen zeigt. Gelaufen ist das über die Lage, die Neigung und darüber, wie lange Wasser im Scherben stand. Beim Ortstermin nehmen wir ein paar Stück heraus und sehen uns Nasen, Kanten und Unterseite an. Gegen eine Umdeckung sprechen brüchige Nasen, durchgehende Risse und Oberflächen, die sich vollsaugen. Und wenn beim Abnehmen zu viele Stücke brechen, kippt die Rechnung ohnehin, weil am Ende die Ziegel fehlen. Welche Materialien überhaupt infrage kommen und wie lange sie halten, haben wir zusammengestellt unter Dachziegel im Vergleich.
Was unter den Ziegeln liegt
Der Ziegel hält den Großteil des Wassers ab. Dicht ist er nicht. Schlagregen, der unter die Deckung getrieben wird, und Flugschnee, der durch die Fugen kommt, gehören zum normalen Betrieb eines Steildachs. Aufgefangen wird beides von der Unterdeckbahn, und die muss das Wasser bis zur Traufe führen, ohne dass unterwegs etwas in die Dämmung läuft. Darauf sitzt die Konterlattung in Sparrenrichtung. Sie schafft den Luftraum, in dem das Dach nach einem nassen Tag wieder abtrocknet. Fehlt er, steht die Feuchtigkeit im Aufbau. Quer darüber liegt die Traglattung, deren Einteilung sich nach Ziegelformat und Dachneigung richtet. Ein paar Zentimeter zu weit gelattet, und die Überdeckung stimmt nicht mehr. Wer bei einer Umdeckung nur die Ziegel anfasst und diese Ebene stehen lässt, spart an der falschen Stelle. Was unterhalb der Sparren dazukommt, wenn das Dachgeschoss warm werden soll, lesen Sie unter Dachdämmung.
Was ein Dach im Sturm hält
Aufgerissen wird ein Dach fast immer am Rand. An Traufe, Ortgang und First greift der Sog deutlich stärker an als in der Mitte, deshalb wird dort jeder Ziegel geklammert. Wie viel darüber hinaus dazukommt, ergibt sich aus Windzone, Gebäudehöhe und Dachneigung. Die Lage spielt mit hinein: Ein freistehendes Haus auf den Fildern steht anders im Wind als eine Reihenhauszeile im Kessel. First und Grat bauen wir trocken auf, mit Firstlatte, Rollenband und geklammerten Firstziegeln. Mörtel reißt an dieser Stelle mit den Jahren und zieht dann Wasser. Über Eingängen und Stellplätzen gehört ein Schneefang aufs Dach, und der will auf eine verstärkte Latte oder direkt in den Sparren geschraubt sein, damit er im Februar hält. Nach jedem Sturm sehen wir dieselben Bilder: aufgestellte Ziegel am Ortgang und einen First, der nie richtig befestigt war.
Kehle, Kaminanschluss und Ortgang – wo Dächer undicht werden
In der Mitte des Dachs geht selten etwas kaputt. Ärger machen die Stellen, an denen die Deckung endet oder auf etwas trifft. In der Kehle laufen zwei Dachflächen zusammen, bei Starkregen kommt hier die größte Wassermenge herunter. Das Kehlblech braucht Breite, und die Ziegel daneben brauchen einen sauberen Schnitt. Am Kamin gehört ein Anschlussblech in die Fuge eingebunden und sauber abgedeckt. Eine Raupe Silikon darüber ist keine Lösung, die geht im zweiten Winter auf. Der Ortgang bekommt Ortgangziegel oder ein Blech, beides mechanisch befestigt. Am Grat werden Ziegel geschnitten, und geschnittene Ziegel müssen gehalten werden, sonst wandern sie mit der Zeit. Solche Details kosten Zeit, und die taucht in jedem sauber gerechneten Angebot auf. Womit Sie bei einer Erneuerung rechnen müssen, steht im Ratgeber Was kostet ein neues Dach.
Umdecken im Stuttgarter Bestand
Die Häuser, auf denen wir stehen, sind oft zwischen den sechziger und den achtziger Jahren gebaut. Dort liegt unter der Deckung eine spröde Bahn oder gar keine, und Ziegel, Lattung und Bahn sind gleich alt – die gehen gemeinsam ihrem Ende entgegen. Im Altbau treffen wir stattdessen auf Schalung und Mörtelfirst. In den Hanglagen am Neckar stehen die Dächer voll im Wind, dort zählt die Verklammerung mehr als anderswo. Unterwegs sind wir in den Stuttgarter Stadtbezirken sowie in Ludwigsburg, Waiblingen, Fellbach und Esslingen. In engen Altbaustraßen hängt der Termin am Gerüst, weil Halteverbot und Zufahrt vorher stehen müssen. Was bei Ihnen ansteht, klären wir oben auf dem Dach, bevor gerechnet wird. Das kostet Sie nichts und geht meist binnen 48 Stunden. Rufen Sie an unter 0711 997 498 19 oder schreiben Sie uns über das Kontaktformular.
Häufige Fragen zu Dachziegel & Eindeckung.
Dann halten wir an und reden mit Ihnen, bevor es weitergeht. Ein gewisser Bruchanteil ist bei jeder alten Deckung eingeplant. Wird er deutlich größer, fehlt am Ende Material für das Dach, und aus der Umdeckung wird eine Neueindeckung. Was das für Umfang und Termin bedeutet, legen wir Ihnen vorher offen. Ausgeführt wird ein Nachtrag erst, wenn Sie ihn freigegeben haben. Deshalb schauen wir schon beim Ortstermin so genau hin: Je besser der Bestand vorher eingeschätzt ist, desto seltener kommt dieser Fall überhaupt.
In aller Regel ja, und das nicht aus Prinzip. Alte Traglatten sind häufig zu schwach dimensioniert, an den Auflagern morsch oder für das neue Ziegelformat falsch eingeteilt. Dazu kommt der praktische Grund: Wenn die Deckung ohnehin unten ist, kostet neue Lattung wenig zusätzliche Zeit, und ein zweites Mal aufmachen will niemand. Anders liegt der Fall bei einer Teilfläche nach einem Schaden. Da bessern wir aus, was schadhaft ist, und der Rest bleibt liegen.
Ja, etwas. Beim Abnehmen der alten Deckung rieselt Staub durch die Sparrenfelder, dazu Mörtelreste und altes Nistmaterial aus den Fugen. Räumen Sie den Dachboden vorher frei oder decken Sie ab, was dort steht. Ist das Dachgeschoss ausgebaut und innen verkleidet, merken Sie kaum etwas davon. Laut ist es tagsüber trotzdem, vor allem beim Abdecken und beim Sägen der Latten. Aufgeräumt wird jeden Abend, Gerüstbereich und Zufahrt bleiben frei.
Oft ja. Bei ausgelaufenen Formaten fragen wir zuerst beim Händler nach Restbeständen, manchmal taucht aus Abbrüchen auch noch Brauchbares im Handel auf. Findet sich nichts, setzen wir Ziegel von der Rückseite oder von einem Nebengebäude auf die Schadstelle um und decken die frei gewordene Stelle dort mit einem ähnlichen Modell. Farblich stimmt das selten genau, hinten am Haus fällt es kaum jemandem auf. Ab einer gewissen Zahl an Fehlstellen ist Stückeln allerdings nur noch Aufschub, und das sagen wir Ihnen beim Termin.
Wir sind im gesamten Großraum Stuttgart unterwegs, unter anderem in Eislingen/Fils, Uhingen, Neckarsulm, Aalen und Heidenheim an der Brenz. Alle Orte stehen im Einsatzgebiet.
