Dach im Neubau: Kosten, Dachform und der richtige Zeitpunkt für den Dachdecker

Kosten7 min LesezeitStand: September 2026

Kurz-Antwort

Ein Dach im Neubau besteht aus Dachstuhl, Dämmung und Eindeckung. Richtwerte je Quadratmeter Dachfläche, brutto: Dachstuhl ab ca. 100 €, Eindeckung 80–150 €, Dämmung 40–100 €. Für ein Satteldach mit 150 m² sind das rechnerisch grob 33.000 bis 52.500 €, ohne Photovoltaik, Dachfenster und Gauben. Abbruch und Entsorgung entfallen im Neubau, dafür geben Gebäudeenergiegesetz, Bebauungsplan und in Baden-Württemberg die Photovoltaikpflicht den Rahmen vor.

Was kostet ein Dach im Neubau?

Beim Neubau gibt es kein altes Dach, das herunter muss. Das neue entsteht in drei Schichten: Der Dachstuhl trägt, die Dämmung hält die Wärme im Haus, die Eindeckung hält Regen und Schnee draußen. Jede Schicht hat ihren eigenen Preis je Quadratmeter Dachfläche. Die Dachfläche ist größer als die Grundfläche des Hauses, weil Neigung und Dachüberstand dazukommen.

BauteilRichtwert je m² DachflächeWas enthalten ist
Dachstuhl (Holzkonstruktion mit Montage)ab ca. 100 €Sparren, Pfetten, Verbindungsmittel, Aufstellen. Statik und Kran separat.
Eindeckung mit Unterdeckbahn und Lattung80–150 €Material, Arbeit, Gerüst. Im Neubau ohne Abbruch und Entsorgung, daher eher am unteren Rand.
Dämmung (Zwischen- oder Aufsparren)40–100 €Dämmstoff, Dampfbremse, luftdichte Anschlüsse.
Summegrob 220–350 €Ohne Dachfenster, Gauben, Klempnerarbeiten und Photovoltaik.
Richtwerte, brutto, je Quadratmeter Dachfläche, übernommen aus unserem Ratgeber Was kostet ein neues Dach. Verbindlich wird der Preis erst mit Plänen und Aufmaß.

Für ein Einfamilienhaus mit Satteldach und 150 m² Dachfläche ergibt das rechnerisch grob 33.000 bis 52.500 €, sofern der Dachstuhl bei rund 100 €/m² bleibt. Nach oben schieben den Preis eine aufwendige Dachform, Schiefer oder Metall statt Ton und Beton, Gauben, viele Dachfenster sowie Anschlüsse an Kamine oder Nachbargebäude. Die Materialpreise je Eindeckung stehen im Ratgeber Dachziegel im Vergleich.

Satteldach, Walmdach, Pultdach oder Flachdach: Was die Dachform kostet

Die Dachform legt der Bebauungsplan oft schon fest, mit Vorgaben zu Neigung, Firstrichtung und manchmal zur Farbe der Eindeckung. Wo Spielraum bleibt, entscheidet die Form über Holzmenge, Verschnitt und Arbeitszeit.

  • Satteldach: zwei gerade Flächen, wenig Verschnitt, einfacher Dachstuhl. Die günstigste Form je Quadratmeter und die mit dem meisten nutzbaren Raum unter dem Dach.
  • Walmdach: vier geneigte Flächen mit Graten. Mehr Holz, mehr Verschnitt, mehr Anschlüsse, dafür weniger Angriffsfläche für Wind und ein ruhiges Bild.
  • Pultdach: eine Fläche mit einer Neigung. Einfacher Aufbau, aber eine hohe Wand auf der einen Seite. Die große zusammenhängende Fläche eignet sich gut für Photovoltaik.
  • Flachdach: keine Ziegel, sondern eine Abdichtung aus Bitumen, EPDM oder Kunststoffbahn auf Gefälledämmung, dazu Attika und Entwässerung. Als Richtwert liegt die Abdichtung bei 50–150 €/m², mit Dämmung entsprechend mehr. Details im Ratgeber Flachdach abdichten und sanieren.

Für ein Satteldach im Neubau gelten die Richtwerte oben unverändert: Dachstuhl, Dämmung und Eindeckung zusammen grob 220 bis 350 € je Quadratmeter Dachfläche, bei 150 m² also 33.000 bis 52.500 €. Ein Walmdach liegt bei gleicher Grundfläche darüber, weil Dachfläche, Holzmenge und Verschnitt zunehmen.

Der Dachaufbau im Neubau, von innen nach außen

  1. 1Dachstuhl: Sparren und Pfetten aus Konstruktionsholz, nach der Werkplanung abgebunden und vor Ort aufgestellt. Der Sparrenquerschnitt richtet sich nach Spannweite, Schneelast und der geplanten Dämmstärke.
  2. 2Dampfbremse und Luftdichtheit: Die Folie auf der Innenseite verhindert, dass feuchte Raumluft in die Dämmung zieht. Ihre Anschlüsse an Wände, Fenster und Durchdringungen entscheiden darüber, ob das Haus luftdicht wird.
  3. 3Dämmung: zwischen den Sparren, auf den Sparren oder beides. Die Stärke ergibt sich aus dem Effizienzhaus-Standard, den Sie mit Energieberater und Architekt festlegen.
  4. 4Unterdeckbahn, Konterlattung, Lattung: die zweite wasserführende Ebene unter der Eindeckung und die Hinterlüftung, die Feuchte abführt.
  5. 5Eindeckung und Anschlüsse: Ziegel oder Dachsteine, First, Ortgang, Traufe, Kehlen, Kamin- und Fensteranschlüsse, dazu Rinnen und Fallrohre. Beim Flachdach ersetzt die Abdichtung auf Gefälledämmung diese Ebene.

Die Photovoltaik gehört in diese Schichten hineingeplant, nicht später obendrauf: Dachhaken oder Indach-System, Kabeldurchführungen und der Platz für die Module hängen an Sparrenlage, Lattung und Eindeckung. Unterkonstruktion, Dachhaken und Durchdringungen übernehmen wir, Elektroanschluss und Netzanmeldung laufen über Partnerbetriebe.

Was Gebäudeenergiegesetz, Bebauungsplan und Photovoltaikpflicht vorgeben

Gebäudeenergiegesetz: Für neue Wohngebäude gilt keine Mindestdämmung je Bauteil, sondern eine Gesamtbilanz. Der Jahres-Primärenergiebedarf darf höchstens das 0,55-Fache eines Referenzgebäudes betragen (§ 15 GEG). Das Referenzdach in Anlage 1 GEG hat einen U-Wert von 0,20 W/(m²K), Dachflächenfenster 1,4 W/(m²K). Wie stark Ihr Dach gedämmt wird, rechnet der Energieberater in dieser Bilanz aus. Ein besser gedämmtes Dach schafft Spielraum an anderer Stelle des Hauses.

Bebauungsplan: Dachform, Neigung, Firstrichtung, Dachaufbauten und manchmal die Farbe der Eindeckung stehen im Bebauungsplan. Abweichungen brauchen eine Befreiung. Klären Sie das vor der Materialwahl, nicht danach.

Photovoltaikpflicht in Baden-Württemberg: Seit dem 1. Mai 2022 müssen neue Wohngebäude eine Photovoltaikanlage bekommen, sofern das Dach eine zusammenhängende, für Solarnutzung geeignete Fläche von mindestens 20 m² hat. Die Module müssen mindestens 60 Prozent dieser Fläche belegen. Ersatzweise sind eine Solarthermieanlage oder die Verpachtung der Dachfläche möglich. Quelle: FAQ Photovoltaikpflicht des Umweltministeriums. Was die Anlage kostet, steht im Ratgeber Photovoltaik aufs Dach.

Förderung: Der Neubau läuft über die KfW

Zuschüsse der BAFA gibt es für die Sanierung, nicht für den Neubau. Für neue Wohngebäude bietet die KfW zinsgünstige Kredite: „Klimafreundlicher Neubau“ (297/298) mit bis zu 100.000 € je Wohneinheit, mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude bis zu 150.000 €, dazu „Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment“ (296) und „Wohneigentum für Familien“ (300). Voraussetzung ist je nach Stufe ein Effizienzhaus 55 oder 40 ohne Öl- und Gasheizung. Ein Experte für Energieeffizienz muss eingebunden sein, und der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden. Quelle: KfW, Neubau für Privatpersonen.

Das Dach trägt über Dämmstärke und Luftdichtheit einen großen Teil zum Effizienzhaus-Standard bei. Wer die Förderstufe erreichen will, sollte den Dachaufbau mit dem Energieberater abstimmen, bevor der Dachstuhl abgebunden wird.

Ablauf: Wann der Dachdecker beim Neubau dazukommt

  1. 1Planung: Sobald Entwurf und Bebauungsplan stehen, lohnt ein Gespräch über Dachform, Eindeckung, Dämmaufbau, Dachfenster und Photovoltaik. Änderungen sind jetzt noch ein Strich auf dem Plan.
  2. 2Angebot: Auf Basis der Pläne rechnen wir Dachstuhl, Dämmung und Eindeckung durch. Beratung und Einschätzung sind kostenlos. Für das ausgearbeitete Festpreis-Angebot mit Leistungsverzeichnis gilt unsere Angebotspauschale, die wir bei Auftrag vollständig verrechnen.
  3. 3Statik und Werkplanung: Der Tragwerksplaner gibt die Querschnitte vor, danach wird der Dachstuhl abgebunden.
  4. 4Dachstuhl aufstellen: nach dem Rohbau. Sobald Unterdeckbahn und Lattung liegen, ist das Haus regensicher und der Innenausbau kann beginnen.
  5. 5Dämmung, Eindeckung, Anschlüsse: Dampfbremse, Dämmung, Lattung, Eindeckung, Rinnen, Kamin- und Fensteranschlüsse. Dachhaken oder Indach-System für die Photovoltaik kommen in diesem Schritt mit aufs Dach.
  6. 6Abnahme: gemeinsam mit Ihnen und Ihrer Bauleitung.

Dachstuhl und Eindeckung kommen bei uns aus einem Betrieb, im gesamten Einsatzgebiet von Stuttgart über den Rems-Murr-Kreis bis in die Landkreise Ludwigsburg, Esslingen, Böblingen und Göppingen. Das Zimmerergewerk ist seit April 2025 bei der Handwerkskammer Region Stuttgart eingetragen. Für Sie heißt das ein Ansprechpartner für Holz und Dach und keine Schnittstelle, an der zwei Firmen aufeinander warten.

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Schicken Sie uns Pläne oder eine kurze Beschreibung. Wir sagen Ihnen, was Dachstuhl, Dämmung und Eindeckung für Ihr Haus grob kosten und worauf Sie bei Bebauungsplan und Photovoltaikpflicht achten müssen. Die Einschätzung ist kostenlos und verpflichtet Sie zu nichts.

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Preisangaben in diesem Ratgeber sind Richtwerte (Stand: September 2026) und ersetzen kein individuelles Angebot. Klotz Bedachungen ist als Fachbetrieb bei der Handwerkskammer Region Stuttgart eingetragen.

FAQ

Häufige Fragen. Kurz beantwortet.

Als Richtwert grob 220 bis 350 € je Quadratmeter Dachfläche für Dachstuhl, Dämmung und Eindeckung zusammen, brutto. Dachfenster, Gauben, Klempnerarbeiten und Photovoltaik kommen dazu. Den genauen Preis gibt es mit Plänen und Aufmaß.

Als Richtwert ab ca. 100 € je Quadratmeter Dachfläche für die Holzkonstruktion mit Montage. Der Standsicherheitsnachweis durch den Tragwerksplaner und ein Kran kommen extra. Walm- und Mansarddächer brauchen mehr Holz als ein Satteldach.

Mit den Richtwerten aus diesem Artikel grob 220 bis 350 € je Quadratmeter Dachfläche, bei 150 m² also rund 33.000 bis 52.500 € für Dachstuhl, Dämmung und Eindeckung. Das Satteldach ist die günstigste Dachform je Quadratmeter.

In der Planung, sobald Entwurf und Bebauungsplan stehen. Dann lassen sich Dachform, Eindeckung, Dämmaufbau, Dachfenster und Photovoltaik noch aufeinander abstimmen. Spätestens vor der Werkplanung des Dachstuhls.

Ja, seit dem 1. Mai 2022 für neue Wohngebäude mit einer solargeeigneten Dachfläche ab 20 m². Die Module müssen mindestens 60 Prozent dieser Fläche belegen. Ersatzweise sind Solarthermie oder die Verpachtung der Dachfläche möglich.

Ja, im gesamten Einsatzgebiet rund um Stuttgart. Das Zimmerergewerk ist seit April 2025 bei der Handwerkskammer Region Stuttgart eingetragen. Dachstuhl, Dämmung und Eindeckung kommen aus einem Betrieb.

Beratung und Einschätzung sind kostenlos. Für das ausgearbeitete Festpreis-Angebot mit Leistungsverzeichnis berechnen wir eine Pauschale von 250 € inklusive Mehrwertsteuer, die wir bei Auftrag vollständig verrechnen.

Wir sind im gesamten Großraum Stuttgart unterwegs, unter anderem in Nürtingen, Kirchheim unter Teck, Göppingen, Heilbronn und Pforzheim. Alle Orte stehen im Einsatzgebiet.

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